Diverses

Donnerstag, 19. April 2007

Falschmeldung um Felix Magath

Während des Pokalspiels zwischen Nürnberg und Frankfurt konnten die Zuschauer in einem Laufband lesen: Felix Magath würde als Trainer zu Hertha BSC Berlin wechseln. Da wollten die ARD wohl besonders schnell sein, Problem dabei: Die Meldung war falsch. Offenbar hatte sich ein falscher Informant als Assistent von einem Hertha-Sprecher ausgegeben und so die Meldung des Trainerwechsels in Umlauf gebracht. Der Bayerische Rundfunk war für die Live-Übertragung verantwortlich, inzwischen bedauern sie den Fehler: ,,Wir entschuldigen uns bei unseren Zuschauern, bei Hertha BSC und natürlich bei Felix Magath. Wir sind einer Fehlinformation aufgesessen‘‘

Interview dazu mit Felix Magath in der Süddeutschen

Montag, 12. März 2007

Schön skurille Gegendarstellung in der Hamburger Morgenpost, vom 10. März 2007.

Gegendarstellung,
In der Morgenpost vom 20.2.2007 werden auf S. 12 unter der Überschrift "Danke Papi! Hier lassen reiche Kids die Sau raus - Geheimbund ,Schwarze Karte' - erstmals traf sich der junge Geldadel zur Party in Hamburg" drei Fotografien abgebildet, auf denen junge Menschen dargestellt werden. Die Bildunterschrift lautet: "Justin Stiebel-Eltron (r.) mit Freunden. Die Firma ,Stiebel-Eltron' gehört zu den führenden Herstellern von Haustechnik."

Dazu stellen wir fest: Justin Stiebel-Eltron ist mit den Inhabern der Stiebel-Eltron-Gruppe, den Herren Dr. Ulrich Stiebel und Frank Stiebel, weder verwandt noch verschwägert und diesen auch nicht bekannt. Die durch den Artikel behauptete verwandtschaftliche Verbindung zwischen Herrn Justin Stiebel-Eltron und den Inhabern der Stiebel-Eltron-Gruppe besteht damit gerade nicht.

Holzminden, den 1.3.2007, Geschäftsführer der Stiebel Eltron Geschäftsführungsgesellschaft mbH

Rudolf Sonnenmann für Dr. Ulrich Stiebel und Frank Stiebel


Eine Lappalie - klar. Aber dass die Hamburger Morgenpost dies erst mit eingegangener Gegendarstellung thematisiert, erscheint mir dann doch fragwürdig. Eine einfache Korrektur hätte das besser und glaubhafter lösen können.

Dank an Roman für die Zusendung.

Donnerstag, 18. Januar 2007

BR: Servus Stoiber

Das Bayerische Fernsehen ist nicht gerade als Stoiber Gegner bekannt. Dass ausgerechnet diese Anstalt in der Nacht zum Mittwoch bereits einen Beitrag über Stoibers Rücktritt sendete, ist so gesehen recht amüsant. Der Chefredakteur des Bayerischen Rundfunks Siegmund Gottlieb sagte: „In der Hektik der Live-Sendung ist ein falscher Beitrag gesendet worden. Das ist eine höchst bedauerliche Panne, die nicht zu entschuldigen ist“.
Offenbar hatte ein übernächtigter Mitarbeiter versehentlich ein falsches Band eingelegt – nämlich den vorproduzierten politischen Nachruf auf Stoiber. In dem Beitrag hieß es: „Stoiber stolpert über einen seiner Mitarbeiter“. Gegen Ende wurde gesagt, Stoiber sei zurückgetreten.

Wenn jemand einen Mitschnitt von dem Beitrag hat, freue ich mich über mail. Denn vor allem interessieren mich die Worte des Moderators nachdem der falsche Beitrag ausgestrahlt worden war.

Montag, 25. Dezember 2006

2006 Revisited

Ein kurzer Rückblick auf das Jahr 2006 in der deutschen Presse, genauer auf Verfehlungen und Fehlereingeständnisse. Überraschend war sicherlich, dass die Bild-Zeitung sich eine regelmäßige Korrekturspalte auf Seite 2 gönnte, auch wenn sie offenbar häufig nur zur Fehler-Kosmetik verwendet wird oder sie als geeigneter Ort gesehen wird, auch mal Fehler anderer Zeitungen darin zu thematisieren. korr_18071

Das allgemeine Korrekturverhalten in der deutschen Presse hat sich aus meiner Sicht indes nicht groß verändert, von einer Selbstverständlichkeit ist noch nicht zu sprechen…spannend finde ich zunehmend die Frage, wie sich online institutionalisierte
Lösungen wie die der Korrekturspalte entwickeln werden.

DER ÜBERBLICK
Totgesagt und nicht gestorben
Leider wurden wieder einmal Menschen frühzeitig in den Tod verabschiedet, bundesweit bekannt wurde der Fall Birge Schade um eine falsche Meldung des Tagesspiegel, im Regionalteil der Süddeutschen Zeitung fand sich ebenso eine Korrektur, die die fälschliche Meldung eines Todesfalls bedauerte.
Berichtigung
Aufgrund eines Missverständnisses war im Artikel „Aus Bildern entstehen Predigten“ vom Freitag bedauerlicherweise zu lesen, dass der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick im Jahr 2000 verstorben sei. Glücklicherweise jedoch ist Schick – seit 2002 Erzbischof von Bamberg – nach wie vor am Leben und erfreut sich bester Gesundheit.

Der Leipziger Fotograf Günter Rössler war sicherlich ebenso wenig begeistert aus der SUPERillu über sein Ableben zu erfahren. "Der letzte Akt ist vorüber" titelte das Gossenblatt.

roessler
Als der Fehler bemerkte wurde, veröffentlichte das Blatt online eine Richtigstellung:
RICHTIGSTELLUNG
Liebe Leserinnen und Leser der SUPERillu,
aufgrund einer Fehlinformation wird in der SUPERillu 17/2006 auf Seite 82 über das Ableben des Fotografen Günter Rössler informiert. Die Meldung hat sich als nicht zutreffend herausgestellt - zum Glück lebt Herr Rössler. Einzelheiten veröffentlichen wir in der nächsten Ausgabe. Für den bedauerlichen Fehler in der aktuellen SUPERillu entschuldigen wir uns bei Herrn Rössler und allen Lesern.

Ätsch.
Zu Anfang des Jahres begeisterte mich die Aktion des Bundes Deutscher Juristen, die es schafften SPIEGEL ONLINE und AFP mit angeblichen Folterforderungen Wolfgang Schäubles hineinzulegen. Die Frankfurter Rundschau und dpa wurden Opfer einer vermeintlich anstehenden Theaterinszenierung von Regisseur Leander Haussmann.

Weitere Tiefschläge:
- große Gegendarstellungen auf der Titelseite: Heide Simons in der Bild-Zeitung und Ursula von der Leyen beim Berliner Kurier
- Fotoauswahl beim Spiegel
- Die Korrektur einer Korrektur bei der Main-Post Würzburg
- Sorry, Sorry, Sorry – Offenbarungs(l)eid bei der Boulevard Würzburg: Anke Endres ist nicht Elke Weber und der fehlerhafte Fitness- Test
- Die neue Freundin von Boris Becker und das Namensraten in der Bild-Zeitung.
"Viele Zeitschriften und Zeitungen, auch BILD, berichteten: Sie heißt Jennifer Sheppard (35), kommt aus Florida. Jetzt stellt Boris schmunzelnd gegenüber BILD klar: „Liebe Leute, da hat sich tatsächlich ein Fehler eingeschlichen. Die 35jährige Jennifer ist in Wirklichkeit die 29jährige Lilly.“
- Unmöglich platzierte Werbung. Bild aus der Landeszeitung Lüneburg.

gaswerbung
Und deren anschließende Richtigstellung.

entschuldigung

- Und natürlich nicht zu vergessen: die gesammelten Korrekturen...

Sonntag, 24. Dezember 2006

Lesenswertes

Jedes Jahr aufs Neue lesenswert: Der Meister auf dem Gebiet der Korrektursammlungen Craig Silverman und sein Überblick über journalistische Fehler und deren Eingeständnisse im Jahre 2006. Crunks ’06: The Year in Media Errors and Corrections.

Ebenso interesant: Ein Interview bei onlinejournalismus.de mit dem Macher des Zeit-Meckerblogs, eine Art Zeit.de Ombudsmann. Und der Mann spricht mir aus der Seele – siehe Leseprobe.

Kannst Du Dir auch bei anderen Medien eine derartige öffentliche und professionelle Kritik vorstellen? Warum gibt es diese Institution bei deutschsprachigen Medien nicht in so ausgeprägter Form, ist es tatsächlich die oftmals monierte “fehlende Fehlerkultur”?


Mehr öffentliche Kritik wäre auch bei anderen Medien gut. Schließlich ist Fehler machen ja eben kein Fehler, sondern normal. Ein Fehler ist, sich Fehlern nicht zu stellen. Oder wie es Lenin gesagt hat: “Wer arbeitet, macht auch Fehler. Wer keine Fehler macht, arbeitet nicht.”
Mehr Transparenz wäre in allen Medien wünschenswert, solange keine echten Redaktionsgeheimnisse tangiert sind. Schließlich ist es die Aufgabe der Medien, für Transparenz zu sorgen – warum nicht auch im eigenen Stall?

Freitag, 8. Dezember 2006

Rüge für Hamburger Abendblatt

Ziffer 3 des Pressekodex besagt, dass "veröffentlichte Nachrichten oder Behauptungen, insbesondere personenbezogener Art, die sich nachträglich als falsch erweisen, hat das Publikationsorgan, das sie gebracht hat, unverzüglich von sich aus in angemessener Weise richtig zu stellen."
Überraschenderweise zeigt sich aber, dass Ziffer 3 nur selten Ausgangspunkt für Beschwerden beim Presserat ist, von insgesamt 507 Eingaben im Jahr 2005, betrafen nur fünf davon Richtlinie 3.

In diesem Jahr erhält aber tatsächlich das Hamburger Abendblatt eine Rüge, wegen einem Verstoß gegen die Auflagen zur Richtigstellung.
Dazu die Pressemitteilung des Deutschen Presserates:
Richtigstellung fehlte
Das HAMBURGER ABENDBLATT erhielt eine Rüge wegen einer Verletzung der journalistischen Sorgfaltspflicht (Ziffer 2) und einer nicht erfolgten Korrektur (Ziffer 3). Die Zeitung hatte ein Bild mit vier giftigen Pilzen veröffentlicht und zwei davon als essbar bezeichnet. Obwohl ein aufmerksamer Leser die Redaktion auf den Fehler aufmerksam gemacht hatte, korrigierte sie ihn nicht.

Wirkung von Gegendarstellungen

In den Vierteljahresheften zur Kommunikationsforschung, Publizistik Ausgabe 2/06, präsentiert Thomas Petersen am Beispiel der Berichterstattung über den ehemaligen Präsidenten der Bundesanstalt für Arbeit Florian Gerster: „Ein Experiment zur potentiellen Wirkung von Gegendarstellungen als Gegengewicht zu einer skandalisierenden Berichterstattung.“ Sein Ergebnis ist spannend, stellt es doch die bislang von der Forschung angenommenen Wirkungen von Gegendarstellungen eine neue These entgegen:
„Die Gegendarstellung ist zwar, wie oben gezeigt, nicht in der Lage, die Rufschädigung, die durch eine negativ wertende Berichterstattung über eine Person ausgelöst wird, auch nur annähernd auszugleichen, doch sie kann immerhin – in der Summe – den Effekt eines einzelnen Artikels ausgleichen.“
Allerdings führt sie nach Petersen auch dazu, dass sich die Lager der Befürworter und Gegner der betreffenden Person klarer voneinander trennen.
„Sie bewirkt in dieser Hinsicht das Gegenteil dessen, was der Urheber in der Regel beabsichtigt: Sie trägt nicht zur Beilegung des Konfliktes bei, sondern tendenziell zur Polarisierung der Meinungslager und damit eher zur Verschärfung der Auseinandersetzung.“
Der ganze Artikel ist online abzurufen. Bitte hier lang: http://www.uni-leipzig.de/~publ/inhalt/beitraege/petersen.pdf
Zitate aus: Publizistik, Heft 2, Juni 2006, 51. Jahrgang, S. 153–167.

Mittwoch, 15. November 2006

doppelt hält...

Sehr nett. Die TAZ druckte gestern im Berlin Teil haargenau die gleiche Seite wie an dem Tag zuvor ab. Und dies nicht absichtlich. Grund war offenbar ein falscher Mausklick, der die alte Seite wieder neu zum Druck brachte.
Heute schreibt die taz dazu:
die falsche taz-seite
Die taz ist immer für Überraschungen gut. Leider sind diese manchmal gar nicht von der Redaktion geplant. So erschien in der gestrigen Ausgabe auf Seite 21 versehentlich nochmals die Seite 21 der Montagsausgabe. Dafür können wir uns bei unseren LeserInnen nur entschuldigen. Grund für die vertauschten Seiten war ein falscher Mausklick bei der Übertragung der Seite in die Druckerei. Ein dadurch leider entfallenes Interview mit Innensenator Ehrhart Körting zum angestrebten Verbot der NPD drucken wir heute erneut. In Zukunft bemühen wir uns, unseren LeserInnen wieder nur geplante Überraschungen zu präsentieren. taz

Dienstag, 31. Oktober 2006

Korrektur auf die andere Art

Was machte der amerikanische Journalist Bill Owen eines Abends im Jahre 1996 vor der Parkview Grundschule?
Er verteilte Zettel auf denen eine Wegbeschreibung zur Park Glen Grundschule aufgezeichnet war.

Bill Owen hatte am vorigen Tag einen kurzen Artikel über eine Schulveranstaltung geschrieben. Die Veranstaltung würde morgen in der Parkview Grundschule stattfinden, so hieß es zumindest in seinem Artikel. Am nächsten Morgen bemerkte Bill Owen, dass er sich geirrt hatte: Die Veranstaltung war in einer anderen, nämlich der Park Glen Grundschule.
Er hätte eine Korrektur schreiben können, aber die wäre erst am nächsten Tag veröffentlicht worden. Zu spät, die Veranstaltung fand schließlich heute statt.

Er tat also das, was wohl nur wenige Journalisten auf sich nehmen würden, begab sich an den falsch genannten Ort und informierte ca. zehn Besucher, wie sie den Weg zu der richtigen Schule finden würden. Für sein Verhalten erntete er im Anschluss an die Veranstaltung Applaus.

(via http://www.asne.org/credibilityhandbook/detailsmatter.htm)

Freitag, 6. Oktober 2006

Nachrichtenagentur AFP reagiert auf fehlende Wikipedia-Quellenangabe

Mathias Schindler hat es in seinem Blog aufgedeckt - nachdem auch die Süddeutsche über die fehlende Wikipedia-Quellenangabe bei einem AFP-Bericht über die Amish-People berichtet hatte, zieht AFP - wohl aufgrund des gestiegenen medialen Drucks - ihre Meldung nun zurück.

USA/Schulen/Kriminalität
/Gewalt/HINTERGRUND
+++ DRINGENDER HINWEIS +++
Achtung Redaktionen, =

bitte verwenden Sie unseren Hintergrund “Pazifisten mit Abneigung gegen Fortschritt - Die Bewegung der Amish in den USA” von Montag, 2. Oktober, 21.03 Uhr nicht mehr; löschen Sie bitte zudem diesen Hintergrund aus Ihren Archiven. Aufgrund einer individuellen Fehlleistung sind mehrere Passagen des Hintergrunds nahezu wörtlich dem Online-Lexikon Wikipedia entnommen worden, ohne die Quelle zu benennen.
(...)
Die AFP-Chefredaktion hat auf dieses individuelle Fehlverhalten entsprechend reagiert. Wir sind uns sicher, dass es sich hier um einen Einzelfall handelt, der ohne Wiederholung bleibt.


Der komplette Hinweis ist bei Mathias Schindler nachzulesen.

:::QuakQuak:::

:::Fehler-Korrekturen in der deutschen Presse:::

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