Falschmeldung

Samstag, 13. Januar 2007

Nachtrag: 2006 Revisited

Als Nachtrag zu dem Jahresrückblick Korrekturen sei natürlich noch auf die casa Schweinsteiger verwiesen. Im März 2006 hatte die tz berichtet, Sebastian Schweinsteiger und weitere Spieler würden von der Staatsanwaltschaft als Beschuldigte im Wettskandal geführt werden und seien sogar schon befragt worden. Große Aufregung, nein Riesenaufregung. Der Sportchef der tz musste gehen.

Zur Erinnerung nochmal dere Widerruf und die Gegendarstellung, die damals auf der Titelseite der tz erschien. Sowie die offizielle Entschuldigung wenige Tage später im eigenen Blatt.
tz-widerruf
tz, 20. März 2006, Seite 1
Widerruf
«In der Andruckausgabe vom 17. März 2006 haben wir auf den Seiten 1 und 33 behauptet: 1. 'Wett-Skandal - Schweini & Agostino zum Polizei- Verhör'. Soweit hierdurch der Eindruck erweckt worden ist, dass Bastian Schweinsteiger und Paul Agostino bei einem Polizeiverhör gewesen wären oder geladen worden wären, widerrufen wir diese Behauptung als unwahr. Weder Bastian Schweinsteiger noch Paul Agostino und Quido Lanzaat würden bei der Staatsanwaltschaft als «Beschuldigte» geführt. Auch diese Behauptung widerrufen wir als unwahr.
Zeitungsverlag TZ München GmbH & Co. KG,
Redaktion und Geschäftsführung

Gegendarstellung
Auf der Titelseite Ihrer Ausgabe vom 17. März 2006 behaupten Sie in der Headline über dem Bruch: 'Wett-Skandal: Schweini & Agostino zum Polizei-Verhör'. Diese Behauptung ist, was mich betrifft, eine Lüge. Ich war nicht bei einem Polizeiverhör und bin auch nicht zu einem Polizeiverhör geladen worden.
München, den 17. März 2006
Bastian Schweinsteiger


tz, 24. März 2006, Seite 1
Entschuldigung
In dieser Zeitung wurden die Fußballspieler Bastian Schweinsteiger (FC Bayern),Paul Agostino (TSV 1860 München)und Quido Lanzaat (TSV 1860 München) in einen direkten oder indirekten Zusammenhang gebracht mit einem Fußball-Wettskandal.
Hierzu teilen wir folgendes mit: Herr Schweinsteiger, Herr Agostino und Herr Lanzaat stecken nicht in einem „Wettsumpf “. Sie gelten weder als Beschuldigte“, noch wurden sie von der Polizei verhört oder sonst zu einem „Wettskandal “ befragt.
Sie haben keine hohen Wetteinsätze auf möglicherweise manipulierte Fußballspiele gesetzt. Auch sind keine Vorwürfe im Zusammenhang mit dem „Wettskandal “ gegen Herrn Schweinsteiger, Herrn Agostino oder Herrn Lanzaat erhoben worden. Wir widerrufen die diesbezügliche Berichterstattung, die wir zutiefst bedauern, und entschuldigen uns bei allen Betroffenen ausdrücklich. Gleichzeitig teilen wir mit, dass der stellvertretende Chefredakteur und Sportchef Gerald Selch die Verantwortung für die Berichterstattung übernommen hat und im gegenseitigen
Einvernehmen aus der tz-Redaktion ausscheidet. Eine einseitige Schuldzuweisung für die gemeinsam getragene Entscheidung zur Veröffentlichung der Berichterstattung bedeutet dies aber nicht.
Redaktion & Verlag


Und heute? Da spricht niemand mehr darüber. Auch nicht mehr vom Wettskandal. Und von Nationalspielern, die angeblich darin verwickelt sein sollten. Die WM war wohl einfach zu schön für solch unappetitlichen Themen.

Montag, 13. November 2006

Schlimm, schlimm

Und das kommt dabei raus, wenn offenbar nur noch Computer in der News-Abteilung sitzen. Bei Netscape.de ist die Nachricht über den vermeintlichen Tod nach gut einer Woche immer noch online (stand Montag, 13. November 2006, 17:11), obwohl AFP die Meldung korrigiert hatte.

birgeschadenetscape

Dienstag, 7. November 2006

Die Gefahren des...

Über diese makabre Meldung auf der heutigen Medienseite musste ich schon rätseln. Offenbar hatte jemand unter Manipulation des e-mail Absenders den Selbstmord einer Schauspielerin verbreiten wollen – ganz gewiss also keine Form eines Grubenhundes.

Die Meldung im Wortlaut:
Süddeutschen Zeitung, Dienstag, 7.11.06, S. 15.
Die Gefahren des Internet
Um 16.16 Uhr verbreitete die Nachrichtenagentur AFP am Montag unter Berufung auf den Berliner Tagesspiegel, der sich wiederum auf die Künstleragentur Above the line berief, den Selbstmord der Schauspielerin Birge Schade. Tatsächlich handelte es sich um eine Falschmeldung von offenbar nicht unerheblich kriminellem Gehalt. Eine manipulierte E-Mail vom Account der Schade betreuenden Agentin bei Above the line in München informierte von einer Überdosis Schlaftabletten, die zum Tode der 41-jährigen Aktrice geführt habe. Above the line schaltete die Polizei ein. Birge Schade (Katzenzungen, Krieg der Frauen) ist im achten Monat schwanger und bei guter Gesundheit. Einen ähnlichen zynischen Fall von Rufmord hat es, Prominente betreffend, in Deutschland noch kaum gegeben. Das Internet kennt viele Wege und noch mehr Gefahren.

Bedenklich fand ich aber auch die Überschrift „Die Gefahren des Internet“ und verweise gerne auf eine Panne der SZ, als sie den Wissenschaftler Albert Görres frühzeitig für tot erklärten.
Die Gefahren lauern also nicht immer nur im bösen Netz, sondern auch ganz banal in den eigenen Räumen und der eigenen Sorgfaltspflicht.

Update: Zuckerbrot hat die Originalmeldung und Richtigstellung als Screenshot aufgehoben.
screenshot der tagesspiegel-richtigstellung

Dienstag, 25. Juli 2006

Reinfall: FR und dpa

Sehr nett:
Postel-Posse
Kein Theater in Bremen
Ein Unbekannter hat die Deutsche Presse-Agentur (dpa) und die "Frankfurter Rundschau" (FR) mit einer erfundenen Theaterinszenierung von Starregisseur Leander Haußmann genarrt. (Artikel in der Welt)

Dienstag, 3. Januar 2006

Grubenhund revisited

bunddeutscher
Ach, die Falschmeldung kommt dann wirklich passend zur Recherche zur Diplomarbeit. Gut gemacht, Bund Deutscher Juristen.

Ich habe hier auch noch mal eine Zusammenstellung angefertigt, welchen Weg die Nachricht und die anschließende Berichterstattung über den Hoax gegangen ist. Hier ein PDF davon. digitaler-grubenhund (pdf, 89 KB)

Interessant ist natürlich auch, wie häufig Nachrichtenagenturen gut gemachte Fälschungen erhalten, diese allerdings entlarven können….?
Und gegen was will eigentlich AP klagen ?

Montag, 2. Januar 2006

Ein neuer digitaler Grubenhund

hund
AP, Spiegel Online und MDR fallen auf erfundene Falschmeldung rein. (via Tagesspiegel)
Der Folter-Fopp
Ein erfundener Bundesrichter stützt Innenminister Schäuble und fordert den Tabubruch – nicht nur die Grünen fielen darauf herein

Interessant in diesem Zusammenhang ist auch folgender Artikel von Andreas Stumpf, er beschreibt den Entwurf einer inszenierten Falschmeldung ganz im Sinne von Arthur Schütz, dem mutmaßlichen Erfinder des Grubenhundes.

:::QuakQuak:::

:::Fehler-Korrekturen in der deutschen Presse:::

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Gefundene Korrekturen kann man mir gerne schicken: stereomike AT web.de

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