Samstag, 10. März 2007

"Goldenenes Zeitalter"

Interessante Korrektur: Fast zwei Monate nach Veröffentlichung eines Artikels von Ralf Niemczyk über das Labelsterben in Deutschland korrigiert die SZ die Behauptung Lado hätte Insolvenz anmelden müssen.

Süddeutsche Zeitung, Donnerstag, 8. März 2007, Seite 13.
Richtigstellung
Im Artikel „Das große Sterben hat begonnen”, der dieses Jahr am 19. Januar im Feuilleton erschien, wurde behauptet, die Schallplattenfirma L’Age D’Or hätte zur Jahreswende Insolvenz angemeldet. Die Firma Lado Musik GmbH, zu der das Plattenlabel L’Age D’Or gehört, legt Wert auf die Feststellung, dass kein Insolvenzantrag bei Gericht eingereicht wurde, die Insolvenz vielmehr erfolgreich abgewendet werden konnte. SZ

Nur: wieso dauert so etwas zwei Monate?

Mittwoch, 28. Februar 2007

falscher Namen

Süddeutsche Zeitung, Mittwoch, 28. Februar 2007, Seite 2.
Korrekturen
In dem Artikel „Ein Hauch von Mitbestimmung” auf der Seite Drei vom 26. Februar ist die Robert-Koch-Stiftung als Sponsor der Europäischen Bürgerkonferenz in Berlin genannt. Mit 350 000 Euro finanziert und damit überhaupt ermöglicht hat die Veranstaltung aber die Robert Bosch Stiftung.

Montag, 19. Februar 2007

Korrekturen bei der Vanity Fair

sehen so aus: Karl Lauterbach, Gesundheitsexperte der SPD, hatte in der ersten Vanity Fair Ausgabe offenbar ein kurzes Lob auf Ulla Schmidt verfasst. Betonung liegt auf offenbar, denn eine Art Korrektur dazu findet man in Ausgabe 2 nicht an fester Stelle, sondern versteckt in den Leserbriefseiten.

“Mein den Leser überraschendes Lob von Ulla Schmidt hat niemanden mehr als mich selbst überrascht, da nur ein Drittel des Textes von mir selbst stammte. Trotzdem hat mir der Text gut gefallen. Abstand nehme ich nur von der Aussage, dass ich Ulla Schmidt für blauäugig halte. Das ist das Letzte, was man ihr unterstellen könnte. Aber hartnäckig ist sie…”

Dazu die Vanity Fair-Redaktion:
“Herr Lauterbach hat recht. Einem Datenübertragungsfehler ist es zu verdanken, dass etwas ‘Blauäugiges’ in den Text von Herrn Lauterbach gerutscht ist. Wir bedauern dies.”
Unfassbar eigentlich. Ein Datenübertragungsfehler...gan schön dreist.

Donnerstag, 8. Februar 2007

Jahrmarkt der Medienverrisse

Man muss kein Hellseher sein, um zu erahnen, dass ein mit soviel TamTam angekündigtes Magazin, wie soeben Vanity Fair, alsbald nach Veröffentlichung die ersten Verrisse kassiert. So ist das irgendwie immer. Sei es aus Neid, Konkurrenzdenken oder tatsächlich mieser Qualität.

Dass man es der reißerischen Formulierung zu liebe, mit der Wahrheit nicht immer so genau nimmt. zeigt die Korrektur zu dem Spiegel Online-Verriss über ebenjene heute erschienen Vanity Fair-Ausgabe.
Korrektur: Fälschlicherweise behaupteten wir in unserem Text, die Meldung über den Berliner Wohnungskauf von Brad Pitt und Angelina Jolie habe bereits vor längerer Zeit im "Tagesspiegel" gestanden. Tatsächlich ist diese Neuigkeit ein "Vanity Fair"-Original. Zudem legt Conde Nast Wert auf die Feststellung, dass nicht die gesamte Kulturredaktion vor dem Start gekündigt hat, wie ursprünglich in unserem Text beschrieben, sondern nur drei von acht Redakteuren. Wir bitten, die Fehler zu entschuldigen.
Und sowieso die spannende Frage überhaupt, wo nun alle Verlage versuchen online mehr Geld zu verdienen qualitativer zu arbeiten; wie wird sich eine Online-Korrekturform entwickeln?

Donnerstag, 18. Januar 2007

BR: Servus Stoiber

Das Bayerische Fernsehen ist nicht gerade als Stoiber Gegner bekannt. Dass ausgerechnet diese Anstalt in der Nacht zum Mittwoch bereits einen Beitrag über Stoibers Rücktritt sendete, ist so gesehen recht amüsant. Der Chefredakteur des Bayerischen Rundfunks Siegmund Gottlieb sagte: „In der Hektik der Live-Sendung ist ein falscher Beitrag gesendet worden. Das ist eine höchst bedauerliche Panne, die nicht zu entschuldigen ist“.
Offenbar hatte ein übernächtigter Mitarbeiter versehentlich ein falsches Band eingelegt – nämlich den vorproduzierten politischen Nachruf auf Stoiber. In dem Beitrag hieß es: „Stoiber stolpert über einen seiner Mitarbeiter“. Gegen Ende wurde gesagt, Stoiber sei zurückgetreten.

Wenn jemand einen Mitschnitt von dem Beitrag hat, freue ich mich über mail. Denn vor allem interessieren mich die Worte des Moderators nachdem der falsche Beitrag ausgestrahlt worden war.

Samstag, 13. Januar 2007

Nachtrag: 2006 Revisited

Als Nachtrag zu dem Jahresrückblick Korrekturen sei natürlich noch auf die casa Schweinsteiger verwiesen. Im März 2006 hatte die tz berichtet, Sebastian Schweinsteiger und weitere Spieler würden von der Staatsanwaltschaft als Beschuldigte im Wettskandal geführt werden und seien sogar schon befragt worden. Große Aufregung, nein Riesenaufregung. Der Sportchef der tz musste gehen.

Zur Erinnerung nochmal dere Widerruf und die Gegendarstellung, die damals auf der Titelseite der tz erschien. Sowie die offizielle Entschuldigung wenige Tage später im eigenen Blatt.
tz-widerruf
tz, 20. März 2006, Seite 1
Widerruf
«In der Andruckausgabe vom 17. März 2006 haben wir auf den Seiten 1 und 33 behauptet: 1. 'Wett-Skandal - Schweini & Agostino zum Polizei- Verhör'. Soweit hierdurch der Eindruck erweckt worden ist, dass Bastian Schweinsteiger und Paul Agostino bei einem Polizeiverhör gewesen wären oder geladen worden wären, widerrufen wir diese Behauptung als unwahr. Weder Bastian Schweinsteiger noch Paul Agostino und Quido Lanzaat würden bei der Staatsanwaltschaft als «Beschuldigte» geführt. Auch diese Behauptung widerrufen wir als unwahr.
Zeitungsverlag TZ München GmbH & Co. KG,
Redaktion und Geschäftsführung

Gegendarstellung
Auf der Titelseite Ihrer Ausgabe vom 17. März 2006 behaupten Sie in der Headline über dem Bruch: 'Wett-Skandal: Schweini & Agostino zum Polizei-Verhör'. Diese Behauptung ist, was mich betrifft, eine Lüge. Ich war nicht bei einem Polizeiverhör und bin auch nicht zu einem Polizeiverhör geladen worden.
München, den 17. März 2006
Bastian Schweinsteiger


tz, 24. März 2006, Seite 1
Entschuldigung
In dieser Zeitung wurden die Fußballspieler Bastian Schweinsteiger (FC Bayern),Paul Agostino (TSV 1860 München)und Quido Lanzaat (TSV 1860 München) in einen direkten oder indirekten Zusammenhang gebracht mit einem Fußball-Wettskandal.
Hierzu teilen wir folgendes mit: Herr Schweinsteiger, Herr Agostino und Herr Lanzaat stecken nicht in einem „Wettsumpf “. Sie gelten weder als Beschuldigte“, noch wurden sie von der Polizei verhört oder sonst zu einem „Wettskandal “ befragt.
Sie haben keine hohen Wetteinsätze auf möglicherweise manipulierte Fußballspiele gesetzt. Auch sind keine Vorwürfe im Zusammenhang mit dem „Wettskandal “ gegen Herrn Schweinsteiger, Herrn Agostino oder Herrn Lanzaat erhoben worden. Wir widerrufen die diesbezügliche Berichterstattung, die wir zutiefst bedauern, und entschuldigen uns bei allen Betroffenen ausdrücklich. Gleichzeitig teilen wir mit, dass der stellvertretende Chefredakteur und Sportchef Gerald Selch die Verantwortung für die Berichterstattung übernommen hat und im gegenseitigen
Einvernehmen aus der tz-Redaktion ausscheidet. Eine einseitige Schuldzuweisung für die gemeinsam getragene Entscheidung zur Veröffentlichung der Berichterstattung bedeutet dies aber nicht.
Redaktion & Verlag


Und heute? Da spricht niemand mehr darüber. Auch nicht mehr vom Wettskandal. Und von Nationalspielern, die angeblich darin verwickelt sein sollten. Die WM war wohl einfach zu schön für solch unappetitlichen Themen.

Mittwoch, 3. Januar 2007

CNN verwechselt Obama mit Osama

Der Fernsehsender CNN hat einen Beitrag mit der Titelgrafik "Where`s Obama" ausgestrahlt. Der Beitrag handelte allerdings nicht von dem möglichen Präsidentschafts- Anwärter der Demokraten Barack Obama, sondern von Osama Bin Laden.
obamaosama
Eine peinliche und schmerzhafte Verwechslung, die politisch brisant ist, stellt sie doch ein weiteres Glied in einer Kette dar, in der Obama fälschlicherweise in die Nähe amerikafeindlicher arabischer Persönlichkeiten gestellt wird. Der zweite Vorname des Senators Barack lautet zu allem Überfluss auch noch "Hussein" - ein Umstand mit dem die Republikaner gerne versuchen ihn weiter zu diskreditieren.

Einen Tag später entschuldigte sich der Moderator Wolf Blitzer im Fernsehen für den "bad typographical error".
wolfblitzer
(Einen Originalmitschnitt gibt es bei Crooks and Liars anzusehen)

Die Korrektur im Wortlaut:
WOLF BLITZER, CNN ANCHOR: One additional note, I just want to make a correction, an apology, Soledad, for what we did yesterday. In "THE SITUATION ROOM," we had a bad typographical error in one of ourgraphics. We were doing a piece on the hunt for Osama bin Laden in this new year 2007.

Unfortunately there was a graphic, instead of saying where is Osama, it said where is Obama. We want to apologize for that bad typo. We want to also apologize personally to Senator Barack Obama. I'm going to be making a call to him later this morning to offer my personal apology –Soledad.

Montag, 25. Dezember 2006

2006 Revisited

Ein kurzer Rückblick auf das Jahr 2006 in der deutschen Presse, genauer auf Verfehlungen und Fehlereingeständnisse. Überraschend war sicherlich, dass die Bild-Zeitung sich eine regelmäßige Korrekturspalte auf Seite 2 gönnte, auch wenn sie offenbar häufig nur zur Fehler-Kosmetik verwendet wird oder sie als geeigneter Ort gesehen wird, auch mal Fehler anderer Zeitungen darin zu thematisieren. korr_18071

Das allgemeine Korrekturverhalten in der deutschen Presse hat sich aus meiner Sicht indes nicht groß verändert, von einer Selbstverständlichkeit ist noch nicht zu sprechen…spannend finde ich zunehmend die Frage, wie sich online institutionalisierte
Lösungen wie die der Korrekturspalte entwickeln werden.

DER ÜBERBLICK
Totgesagt und nicht gestorben
Leider wurden wieder einmal Menschen frühzeitig in den Tod verabschiedet, bundesweit bekannt wurde der Fall Birge Schade um eine falsche Meldung des Tagesspiegel, im Regionalteil der Süddeutschen Zeitung fand sich ebenso eine Korrektur, die die fälschliche Meldung eines Todesfalls bedauerte.
Berichtigung
Aufgrund eines Missverständnisses war im Artikel „Aus Bildern entstehen Predigten“ vom Freitag bedauerlicherweise zu lesen, dass der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick im Jahr 2000 verstorben sei. Glücklicherweise jedoch ist Schick – seit 2002 Erzbischof von Bamberg – nach wie vor am Leben und erfreut sich bester Gesundheit.

Der Leipziger Fotograf Günter Rössler war sicherlich ebenso wenig begeistert aus der SUPERillu über sein Ableben zu erfahren. "Der letzte Akt ist vorüber" titelte das Gossenblatt.

roessler
Als der Fehler bemerkte wurde, veröffentlichte das Blatt online eine Richtigstellung:
RICHTIGSTELLUNG
Liebe Leserinnen und Leser der SUPERillu,
aufgrund einer Fehlinformation wird in der SUPERillu 17/2006 auf Seite 82 über das Ableben des Fotografen Günter Rössler informiert. Die Meldung hat sich als nicht zutreffend herausgestellt - zum Glück lebt Herr Rössler. Einzelheiten veröffentlichen wir in der nächsten Ausgabe. Für den bedauerlichen Fehler in der aktuellen SUPERillu entschuldigen wir uns bei Herrn Rössler und allen Lesern.

Ätsch.
Zu Anfang des Jahres begeisterte mich die Aktion des Bundes Deutscher Juristen, die es schafften SPIEGEL ONLINE und AFP mit angeblichen Folterforderungen Wolfgang Schäubles hineinzulegen. Die Frankfurter Rundschau und dpa wurden Opfer einer vermeintlich anstehenden Theaterinszenierung von Regisseur Leander Haussmann.

Weitere Tiefschläge:
- große Gegendarstellungen auf der Titelseite: Heide Simons in der Bild-Zeitung und Ursula von der Leyen beim Berliner Kurier
- Fotoauswahl beim Spiegel
- Die Korrektur einer Korrektur bei der Main-Post Würzburg
- Sorry, Sorry, Sorry – Offenbarungs(l)eid bei der Boulevard Würzburg: Anke Endres ist nicht Elke Weber und der fehlerhafte Fitness- Test
- Die neue Freundin von Boris Becker und das Namensraten in der Bild-Zeitung.
"Viele Zeitschriften und Zeitungen, auch BILD, berichteten: Sie heißt Jennifer Sheppard (35), kommt aus Florida. Jetzt stellt Boris schmunzelnd gegenüber BILD klar: „Liebe Leute, da hat sich tatsächlich ein Fehler eingeschlichen. Die 35jährige Jennifer ist in Wirklichkeit die 29jährige Lilly.“
- Unmöglich platzierte Werbung. Bild aus der Landeszeitung Lüneburg.

gaswerbung
Und deren anschließende Richtigstellung.

entschuldigung

- Und natürlich nicht zu vergessen: die gesammelten Korrekturen...

:::QuakQuak:::

:::Fehler-Korrekturen in der deutschen Presse:::

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